PharmaRibo

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  • Riboflavinlösungen als Arzneimittel

    Zur Erzeugung des Vernetzungseffektes ist es erforderlich, die Hornhaut mit Riboflavin zu sättigen. Im Vernetzungsprozess erfüllt das Riboflavin zwei Aufgaben, nämlich als Photosensibilisator zur Erzeugung von reaktiven Sauerstoffradikalen  (ROS, reactive oxygen species) und für die Absorption der UV-Strahlung zum Schutz des Endothels. An der Spaltlampe kann mittels Blaulicht überprüft werden, ob ausreichend Riboflavin im Stroma enthalten ist: Die Vorderkammer zeigt dann eine leicht gelbliche Tönung. Anschließend wird mittels Ultraschallpachymetrie überprüft, ob eine Mindesthornhautdicke von 400 μm gegeben ist. Dies garantiert einen angemessenen Epithelschutz. Sind alle Bedingungen erfüllt, wird mit UVA-Licht bei einer Wellenlänge von 365 nm (entsprechend des relativen Maximums der Riboflavinabsorption) bestrahlt.

  • Für jedes Problem eine Lösung

    PharmaRibo D – Isotone Standardlösung mit Dextran

    Peschke_CXL_Grafik_Standard_CXL_2013_07_EV_CS_150x150PharmaRibo D ist die isotone 0,1 %-ige Riboflavinlösung mit 20 % Dextran, wie sie ursprünglich an der Universität Dresden entwickelt wurde. Beim klassischen Cross-Linking wird zunächst ein Oberflächenanästhetikum auf das Auge gegeben und anschließend das Hornhautepithel in einem Durchmesser von 8 mm – 9 mm mechanisch entfernt (Hockey Messer, AMOILS Brush). Danach wird das PharmaRibo D 20 Minuten vor dem Eingriff im Abstand von zwei Minuten auf das Auge getropft. Zeigt die Ultraschallmessung nach 20 Minuten eine ausreichende Hornhautdicke (mindestens 400 μm) kann mit dem Cross-Linking unter dem CCL Vario begonnen werden.

    PharmaRibo M – Standardlösung ohne Dextran

    Das PharmaRibo M ist unsere 0,1 %-ige Riboflavin-Standardlösung, der 1,1 % HMPC zugemischt wurde. Die dextranfreie Riboflavinlösung verhindert so die Entquellung der Hornhaut und erhält die vorher bestehende Hornhautdicke. Das Procedere verläuft analog zur Verfahrensweise des PharmaRibo D.

    PharmaRibo TE – Transepitheliale Lösung

    Peschke_CXL_Grafik_Transepithelial_CXL_2013_07_EV_CS_150x150Das Cross-Linking mit dem transepithelialen PharmaRibo TE, bei dem sich die Entfernung des Hornhautepithels erübrigt, ist die neuste und schonendste Form des Cross-Linkings, bei der sich die Heilungszeit deutlich verkürzt, da die Oberfläche der Hornhaut im Vergleich zur umfassenden Epithelentfernung weniger beschädigt wird. Durch die besondere Zusammensetzung werden die tight junctions im vorderen Epithel geöffnet und der Durchtritt des Riboflavinmoleküls ermöglicht. Das Riboflavin wird hier in modifizierter Form mehrmals (1 Tropfen alle 2 Minuten, 20 Minuten lang) auf die Hornhaut getropft bis die Hornhaut ausreichend angesättigt ist. Danach erfolgt die Behandlung mit dem CCL Vario. Wichtig: Da bei der transepithelialen Behandlung 50 - 60 µm Epithel stehen bleiben, die ebenfalls mit Riboflavin angereichert sind, wird die Vernetzung ebenfalls um 50 - 60 µm weniger tief ausfallen als beim "Epi-Off-Verfahren". Dies ist insbesondere bei sehr aggressiven Keratokonuserkrankungen zu berücksichtigen. Gegebenenfalls muss die Behandlung in einem kürzeren Intervall wiederholt werden.

    PharmaRibo H – Hypotone Lösung zur Hornhautquellung

    PharmaRibo H wird nach der Anwendung von PharmaRibo D verabreicht. Peschke_CXL_Grafik_Thin_Cornea_2013_07_EV_CS_150x150Das hypotone PharmaRibo H ist unsere Backup-Lösung, falls eine Hornhaut signifikant dünner ist als 400 µm (gilt sowohl für "Epi-On" als auch "Epi-Off-Verfahren). Mit Hilfe des osmotischen Effektes kann eine Hornhaut dadurch auf die erforderliche Mindestdicke von 400 μm anschwellen. Diese Dicke ist notwendig, um das Endothel durch die Bestrahlung nicht zu schädigen. Mit Hilfe von PharmaRibo H kann die Hornhaut innerhalb von zwei Minuten um 50 µm aufgequollen werden. Das bedeutet zum Beispiel, dass eine Hornhaut mit einer Dicke von 320 µm etwa 3 - 4 Minuten lang PharmaRibo H im Abstand von 5 Sekunden getropft wird. Im Anschluss sollte mittels Ultraschallpachymeter die Hornhautdicke überprüft werden. Liegt diese dann immer noch signifikant unter 400 µm ist es empfehlenswert so lange weiter zu tropfen, bis 400 µm erreicht sind. Erst dann sollte das CCL Vario zum Einsatz kommen.

    PharmaRibo L – Riboflavinlösung zur Anwendung bei LASIK- und PRK-Verfahren

    Das PharmaRibo L ist für die Anwendung bei LASIK- und PRK-Verfahren für dünne Hornhäute konzipiert und enthält mindestens 0,23 % Riboflavin. Vorgehensweise: Nach der Flap-Präparation und Excimer-Behandlung werden 3 - 5 Tropfen des PharmaRibo L auf das Stroma gegeben und der Flap zurück geklappt. Nach einer Einwirkzeit von 3 - 4 Minuten öffnen Sie den Flap und spülen das Riboflavin aus, legen den Flap wieder zurück und bestrahle mit der Hälfte der empfohlenen Energie  (1/2 der Zeit).
  • Technische Hinweise

    Unsere PharmaRibo sind sterile und streng nach den GMP-Richtlinien hergestellte Lösungen. Riboflavin ist lichtempfindlich. Daher ist jede Flasche einzeln in einer schwarzen Kunststofffolie verpackt, die erst unmittelbar vor der Operation geöffnet werden sollte. Eine Flasche ist für die Behandlung eines Auges vorgesehen. PharmaRibo D / M / TE  sind in der Packung mit 6 Flaschen à 3 ml erhältlich. PharmaRibo H ist in einer Packung mit 6 Flaschen à 0,5 ml erhältlich. Wir empfehlen, die Anwendung mit einer stumpfen 24G Vorderkammer-Kanüle durchzuführen